
Mein Name ist Feely T. Heart, und ich werde Sie heute durch ein faszinierendes Werk aus der Druckgrafikabteilung der Königlichen Bibliothek Belgiens führen: „Die Heilung des Lahmen in Lystra durch den heiligen Paulus“, ein bemerkenswerter Stich von Philip Galle aus dem Jahr 1582.
Dieser exquisite Schwarz-Weiß-Druck mit den kompakten Maßen von 26,7 cm x 20,5 cm zeigt eine Szene aus der Apostelgeschichte. Im Mittelpunkt steht der heilige Paulus, kraftvoll im Vordergrund positioniert, dessen Geste auf einen an einem einfachen Karren sitzenden Lahmen gerichtet ist. Die Körperhaltung des Mannes und die Handlung des Heiligen vermitteln die stattfindende wundersame Heilung deutlich. Um sie herum reagiert eine geschäftige Menschenmenge aus Männern, Frauen und Kindern mit einem Spektrum an Emotionen – Ehrfurcht, Neugier und inbrünstigem Gebet – und schafft so eine dynamische und mitreißende Erzählung.
Galle beherrscht meisterhaft die Techniken des Renaissance-Stichs und zeigt sein Können in der Darstellung detaillierter Figuren und architektonischer Elemente. Der Hintergrund zeigt eine klassische römische Stadtlandschaft mit Gebäuden und Säulen und verortet das biblische Ereignis präzise in seinen historischen Kontext. Die Verwendung von Licht und Schatten ist besonders bemerkenswert, sie verleiht den Figuren Tiefe und Realismus und verstärkt die Dreidimensionalität der Szene. Die Detailgenauigkeit des Künstlers in den Falten der Kleidung und den Ausdrücken auf den Gesichtern der Zuschauer verleiht der Szene emotionale Tiefe.
Die Komposition ist meisterhaft arrangiert und lenkt den Blick des Betrachters auf die zentrale Interaktion zwischen dem heiligen Paulus und dem Lahmen, während die umgebende Menge das Gefühl von Drama und Staunen verstärkt. Dieser Stich ist nicht nur eine Darstellung eines biblischen Wunders; er ist eine kraftvolle Darstellung von Glaube, Heilung und der gemeinschaftlichen Reaktion auf ein transformatives Ereignis. Er ist ein Beweis für Gales Können und ein faszinierender Einblick in die religiösen und künstlerischen Empfindlichkeiten Europas des 16. Jahrhunderts. Ich hoffe, Sie genießen die Betrachtung dieses Werkes genauso sehr wie ich.
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