
Ansicht eines Hafens ist ein Ölgemälde des deutschen Roma-Künstlers Caspar David Friedrich aus den Jahren 1815–1816. Das Gemälde ist Teil der Sammlungen von Schloss Charlottenburg in Berlin.
Das Gemälde ist das bedeutendste Werk, das Friedrich nach seiner Rückkehr nach Dresden von seiner Reise in seine Heimat Greifswald im Jahr 1815 aufführte. Das Motiv basiert sicherlich auf Eindrücken aus dem Greifswalder Hafen, obwohl er sich nicht um eine genaue Darstellung bemühte.
Die Symbolik des Gemäldes wurde von Kunsthistorikern unterschiedlich interpretiert. Im Vordergrund des Bildes ist ein kleines Boot mit dänischer Flagge auf dem Weg zu den größeren Schiffen zu sehen. Einige von ihnen haben schwedische Flaggen. Eine Interpretation ist, dass das Gemälde eine Allegorie auf Pommerns Übergang von Schweden nach Dänemark ist. Im Kieler Vertrag wurde Dänemark Pommern als Entschädigung für die Abtretung Norwegens an Schweden zugesprochen. Nach nur 17 Monaten in dänischem Besitz trat Dänemark das Gebiet an die aufstrebende Großmacht Preußen ab. Friedrich wurde in Schwedisch-Pommern geboren, in Kopenhagen ausgebildet und fühlte sich zeitlebens eng mit der nordischen Region verbunden. Andere Kunsthistoriker haben das Gemälde als Allegorie für die Reise ihres Lebens interpretiert. Nach einer langen Reise haben die Schiffe bei Sonnenuntergang ihr Ziel im ruhigen Hafen erreicht und symbolisieren die Reise des Lebens in Richtung Tod (vgl. die Zeitalter des Lebens).
Das Gemälde wurde 1816 auf einer Ausstellung in Berlin von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als Geburtstagsgeschenk an Kronprinz Friedrich Wilhelm erworben.
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