
Vor Ihnen steht „Botschafter Cornelis Calkoen bei seiner Audienz bei Sultan Ahmed III.“, ein fesselndes Gemälde aus dem Jahr 1727 von Jean Baptiste Vanmour. Dieses 1,21 Meter breite und 0,9 Meter hohe Kunstwerk befindet sich im renommierten Rijksmuseum. Das Gemälde zeigt meisterhaft einen entscheidenden Moment in der Diplomatiegeschichte: eine formelle Audienz zwischen Botschafter Cornelis Calkoen und dem osmanischen Sultan Ahmed III.
Die Szene entfaltet sich in einem reich ausgestatteten Palastinneren. Gedeckte blaugrüne Wände, verziert mit einem dezenten geometrischen Fliesenmuster, kontrastieren wunderschön mit einer tieferen roten Wand, ebenfalls gemustert, und schaffen so Tiefenwirkung und visuelles Interesse. Ein tiefrot gefärbter Teppich mit dezentem Muster bedeckt den Boden. Das weiche, diffuse Licht deutet auf einen Innenraum hin und verstärkt die allgemeine Atmosphäre der Formalität.
Der Sultan, majestätisch auf einem goldenen thronartigen Stuhl innerhalb eines verzierten goldenen Bettrahmens sitzend, ist der klare Mittelpunkt. Seine opulenten gelben Gewänder und der Turban vermitteln sofort seinen hohen Status. Seine ruhige Haltung kontrastiert mit den knienden Figuren vor ihm, wahrscheinlich Botschafter Calkoen und ein weiterer Beamter, die in respektvoller Unterwerfung erscheinen.
Hinter dem Sultan beobachtet ein Halbkreis von Männern in verschiedenen Schattierungen weißer, beiger und brauner Gewänder und hoher weißer Kopfbedeckungen – Mitglieder seines Hofes – das Geschehen. Ihre Körperhaltung und Interaktionen deuten auf eine Szene stiller Beobachtung und respektvoller Aufmerksamkeit hin. Links fügt eine hohe, dunkle, konische Struktur, möglicherweise ein zeremonielles Objekt, dem reichen Detail der Szene hinzu.
Die gedämpfte, aber dennoch satte Farbpalette des Gemäldes – die Goldtöne der Kleidung des Sultans und des Bettrahmens im Kontrast zu den kühleren Tönen der Wände und der Gewänder der Höflinge – unterstreicht die hierarchische Ordnung und die Bedeutung des diplomatischen Austauschs. Die verzierte Architektur, die reiche Kleidung und die formelle Haltung der Figuren tragen alle zum übergeordneten Thema von Macht, Diplomatie und dem faszinierenden Kulturaustausch zwischen dem Osmanischen Reich und einer anderen Nation bei.
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