
Vor Ihnen steht „Der Hafen von Neapel“, ein faszinierendes Gemälde von Albert Marquet aus dem Jahr 1909. Dieses Werk, 76,5 Zentimeter breit und 63,5 Zentimeter hoch, gehört zur beeindruckenden Sammlung des Musée des Beaux-Arts et d'Archéologie de Besançon.
Marquet fängt meisterhaft die Essenz des geschäftigen neapolitanischen Hafens ein. Dominiert von einer kühlen Blaupalette – von den hellen, fast azurblauen Farbtönen des Wassers bis zu den tieferen, satteren Tönen in den Schatten – evoziert das Gemälde ein Gefühl stiller Kontemplation. Braune und Grautöne erden die Szene und repräsentieren die Gebäude und Boote, während sorgfältig gesetzte Akzente in Rot und Orange in den Flaggen und Dächern vibrierende Gegenpunkte setzen.
Das weiche, diffuse Licht, das entweder auf die Morgendämmerung oder die Abenddämmerung hindeutet, moduliert sanft über die Szene und spiegelt sich subtil im Wasser wider, um ein Gefühl von Tiefe und Bewegung zu erzeugen. Der Vesuv, eine dunkle Silhouette im Hintergrund, bildet eine eindrucksvolle Kulisse für das Hafengeschehen. Die zahlreichen Boote, mit einem gewissen Grad an Abstraktion dargestellt, vermitteln ein Gefühl von Bewegung und Zielstrebigkeit, während gestapelte Holzflöße im Vordergrund texturale Reize hinzufügen. Die Gebäude entlang der Uferpromenade sind vereinfacht dargestellt und betonen ihre Form und Farbe eher als ihre detaillierte Ausarbeitung.
Der Gesamteindruck ist der einer stillen Beobachtung, die die Atmosphäre des Hafens einfängt, anstatt sich auf einzelne Elemente zu konzentrieren. Marquets charakteristischer Fauvismus mit seinem kühnen Farbeinsatz und den vereinfachten Formen ist durchweg erkennbar. Das Gemälde verbindet auf wunderschöne Weise einen spezifischen Ort und eine bestimmte Zeit und präsentiert einen zeitlosen Blick auf den Hafen von Neapel mit dem Vesuv als majestätischen Zeugen.
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