Die unruhige Themse

Die unruhige Themse

1875 - Print



Vor Ihnen hängt James Abbott McNeill Whistlers „The Troubled Thames“, ein Druck aus dem Jahr 1875. Dieses stimmungsvolle Werk, Teil der Sammlung der National Gallery of Art, misst gerade einmal etwas über 11 Zentimeter Höhe und 20 Zentimeter Breite. Lassen Sie sich jedoch von seiner Größe nicht täuschen. Whistlers Radierung fängt die Themse in London meisterhaft ein, nicht als beschauliches Gewässer, sondern als eine Szene von fast turbulenter Energie. nn Beachten Sie, wie der Fluss den Vordergrund dominiert, wiedergegeben mit diesen kurzen, fast aufgewühlten Strichen. Man kann die Unruhe des Wassers förmlich spüren, nicht wahr? Zwei Segelboote trotzen diesem Wasser. Eines liegt nah bei uns, fast von den Wellen verschluckt, während das andere, weiter entfernt, sich gegen die Strömung zu stemmen scheint. nn Das ferne Ufer zeigt eine andere Art von Aufruhr. Whistler zeigt uns London im Würgegriff der Industrie. Fabriken, Lagerhäuser und Schornsteine, alle in einem etwas hastigen, fast abstrakten Stil gehalten, drängen sich am Flussufer. Der Rauch dieser Industrien scheint den Himmel zu füllen, und tatsächlich gibt Whistler uns keinen Himmel, sondern konzentriert unsere Aufmerksamkeit ausschließlich auf diese fast schon hektische Szene menschlichen Strebens. nn Was wollte Whistler wohl mit dieser Dunkelheit, diesem Gefühl des Unbehaglichen vermitteln? Vielleicht ist es ein Kommentar zum unaufhaltsamen Tempo der Industrialisierung, vielleicht ist es aber auch nur eine Momentaufnahme der Themse an einem besonders turbulenten Tag. Was auch immer seine Absicht war, „The Troubled Thames“ bietet einen fesselnden Blick sowohl auf die Schönheit als auch auf das potenzielle Chaos der Natur.



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